Naturschutzmaßnahmen

F.R.A.N.Z. entwickelt und erprobt praxistaugliche und wirtschaftlich tragfähige Naturschutzmaßnahmen in intensiv bewirtschafteten Agrarräumen. Jeder Betrieb setzt mehrere Maßnahmen um, die Lebensräume für typische wildlebende Tier- und Pflanzenarten der Agrarlandschaft schaffen und sich gleichzeitig gut in die betrieblichen Abläufe integrieren lassen. Wildpflanzen und Wildtiere sind ein wichtiger Bestandteil der Agrarlandschaft und tragen unter anderem dazu bei, die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten, Schädlinge zu bekämpfen, die Wasserqualität zu verbessern sowie den Erholungswert der Landschaft zu erhöhen.

Neben bereits bewährten Maßnahmen werden im Projekt auch neue Maßnahmen umgesetzt. Ziel ist es, zum einen Verbesserungen in der Förderung und Ausgestaltung von bewährten Maßnahmen zu erreichen und zum anderen weitere praxistaugliche Naturschutzmaßnahmen zu entwickeln und zu erproben, die ebenfalls in die bestehenden Agrarumweltprogramme der Länder einfließen sollen.  

Um eine Vergleichbarkeit der Maßnahmen innerhalb und zwischen den Betrieben zu gewährleisten, wird jede Maßnahme in mindestens drei Betrieben und auf jeweils mindestens drei Standorten umgesetzt. Pro Betrieb werden mindestens zwei verschiedene Maßnahmen erprobt.

Je nach betrieblichen und standörtlichen Bedingungen erfolgt gegebenenfalls eine Anpassung bzw. Variierung der Maßnahmen. Eine besondere Rolle spielen die Flächenausstattung, die natürlichen Standortbedingungen bzw. das Biodiversitätspotenzial und die Integrierbarkeit in die Produktionsabläufe.

Folgende Naturschutzmaßnahmen werden u. a. erprobt:

Blühstreifen und -flächen


Bild: Bayerische KulturLandStiftung
Diese bieten nicht nur ein reichhaltiges Angebot an Nektar und Samen für Insekten und Vögel, sondern auch zahlreiche Möglichkeiten zur Deckung für Feldhasen, Amphibien und andere Tiere.

Im Projekt werden zwei verschiedene Varianten erprobt:
  • überjährige strukturreiche Blühstreifen
  • mehrjährige Blühstreifen mit optionaler Biogasverwertung

Die Maßnahmenbeschreibungen finden Sie unter strukturreiche Blühstreifen und mehrjährige Blühstreifen.

Extensivgetreide


Bild: Holger Pfeffer

Ein lichter Getreidebestand und der Verzicht auf Pflanzenschutzmittel fördern Ackerwildkräuter und Feldvögel auf der Suche nach Nahrungs- und Brutplätzen.

Die Maßnahmenbeschreibung finden Sie hier.

Sommergetreide mit blühender Untersaat


Bild: Björn Rohloff
Eine blühende Untersaat im Getreide, z. B. mit Klee-Arten und Leindotter, verbessert nicht nur das Bodengefüge und die Bodenfruchtbarkeit, sondern bietet vor allem auch Nahrung für Bestäuber.

Die Maßnahmenbeschreibung finden Sie hier.

Blühendes Vorgewende


Bild: Martin Krist
Ein Vorgewende bezeichnet im Ackerbau den Randbereich eines Feldes, auf dem mit den Landmaschinen gewendet wird. Da das Vorgewende in manchen Kulturen ungenutzt bleibt und i.d.R. ertragsschwächer ist, können diese Flächen mit verschiedenen Blühpflanzen aufgewertet werden. Hierdurch werden Nahrungshabitate für Insekten, Feldvögel und Amphibien geschaffen.

Die Maßnahmenbeschreibung finden Sie hier.

Maßnahmen für die Feldlerche


Bild: Bayerische KulturLandStiftung

Um die Feldlerche und andere Feldvögel bei der Suche nach Brutplätzen zu unterstützen, werden im Projekt verschiedene Maßnahmen umgesetzt, z. B.:

Feldlerchenfenster

Feldlerchen können hier sicher landen und ungestörte Brutplätze im dichten Getreide aufsuchen. Auch Feldhasen nutzen die etwa 20 m² großen Flächen als Rückzugsort. Die Maßnahmenbeschreibung finden Sie hier.

Erbsenfenster für Feldlerchen
Kleine, nicht geerntete Erbsenflächen innerhalb eines Getreidefelds können als Brutplätze genutzt werden, da sie auch für die 2. und 3. Brut noch Schutz bieten. Die Maßnahmenbeschreibung finden Sie hier.

Feldvogelstreifen auf Maisflächen
Selbstbegrünte Streifen bzw. Extensiv- oder Sommergetreidestreifen schaffen Brutplätze für Feldvögel in Maisschlägen. Die Maßnahmenbeschreibung finden Sie hier.

Feldvogelinseln


Bild: Ulf Bähker
Offenlandarten wie der Kiebitz brüten gerne in niedriger Vegetation auf temporär vernässten Böden. Feldvogelinseln dienen dem Kiebitz und anderen Offenlandarten nicht nur als Brutplatz, sondern sind auch ein wichtiges Nahrungs- und Deckungshabitat für dessen Jungvögel.

Die Maßnahmenbeschreibung finden Sie hier.

Maßnahmen im Grünland


Bild: Holger Pfeffer
Für Säugetiere, Insekten und viele andere Tierarten sind Altgrasstreifen und extensive Grünlandflächen aufgrund der längeren Bewirtschaftungsruhe im Frühsommer wertvolle Lebensräume. Vögel finden hier reichlich Nahrung. Die langanhaltende Blühphase zieht zudem viele Bestäuber an.
Mit kleinflächig durchgeführtem Oberbodenabtrag am Rande einer Grünlandfläche oder eines Ackers wird der nährstoffreiche Oberboden entfernt, um weniger konkurrenzfähigen Arten eine Chance zu geben sich zu etablieren. Hierdurch kann ein Lebensraum für typische Grünlandpflanzen sowie die damit verbundenen Insektenarten entstehen.

Die Maßnahmenbeschreibungen finden Sie unter Altgrasstreifen, Extensivgrünland und Oberbodenabtrag.

Mais-Stangenbohnengemenge


Bild: Ulrike Knuth

Ein Gemenge aus Mais und Stangenbohnen schafft ein Blütenangebot für Bestäuber auf Maisflächen. Die Bohnen dienen zudem als Stickstofflieferanten und reduzieren somit den Bedarf an Stickstoffdünger.

Die Maßnahmenbeschreibung finden Sie hier.

Zielarten

Die Maßnahmen konzentrieren sich insbesondere auf die folgenden Zielarten:

  Amphibien Feldhasen Pflanzen Schmetterlinge VögelWildbienen