F.R.A.N.Z.-Experten-Workshop: Biodiversitätsmaßnahmen neu gedacht


Bild: Sarah Baum
Göttingen, 24. März 2025
F.R.A.N.Z. Workshop: Biodiversitätsmaßnahmen neu gedacht

 

Biodiversitätsexpert*innen trafen sich zum Workshop „Biodiversitätsmaßnahmen: flexibilisieren, bündeln und bewerten“, um über Weiterentwicklungsmöglichkeiten von Biodiversitätsmaßnahmen zu diskutieren.

Am 24. und 25. März 2025 fand in Göttingen ein interdisziplinärer Workshop mit dem Titel „Biodiversitätsmaßnahmen: flexibilisieren, bündeln und bewerten“ statt. Veranstalter waren das Thünen-Institut für Lebensverhältnisse in ländlichen Räumen und die Georg-August Universität Göttingen, Abteilung Naturschutzbiologie. Der Workshop brachte 20 Biodiversitätsexpert*innen aus unterschiedlichen Bereichen zusammen, darunter Vertreter*innen von Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen, Landwirtschaftskammern, Verwaltungen sowie Naturschutzverbänden.


Credits: Sarah Baum

Der erste Tag begann mit einer Projektvorstellung durch Laura Sutcliffe (Uni Göttingen). Im Einführungsvortrag „Mehr Biodiversität in der Agrarlandschaft – müssen wir Fördermaßnahmen neu denken?“ beleuchtete Norbert Röder (Thünen-Institut) die bisherigen Erfolge und Misserfolge von Fördermaßnahmen in der Agrarlandschaft. Die zentralen Herausforderungen bestehender Fördermaßnahmen und zukünftige Optimierungsmöglichkeiten, um die Biodiversität effektiver zu fördern, wurden von den Teilnehmenden diskutiert und ergaben wertvolle Denkanstöße.

Anschließend stellte Sarah Baum (Thünen-Institut) Entscheidungshilfen und Flexibilisierungsmöglichkeiten für die Umsetzung von Biodiversitätsmaßnahmen in der Agrarlandschaft vor. Im Fokus standen dabei sog. „Leitplanken“ zur flexibleren Ausgestaltung von Biodiversitätsmaßnahmen, die Umsetzungshemmnisse abbauen und die Biodiversitätswirkung steigern sollen. In drei Gruppen diskutierten die Teilnehmenden für Ackerbrachen, Extensivgetreide und Feldvogelmaßnahmen praxisnahe Optionen zur Flexibilisierung bzw. deren Grenzen und die damit verbundenen Chancen und Risiken.

Der zweite Tag des Workshops begann mit einem Vortrag von Sarah Baum zur Bündelung von Biodiversitätsmaßnahmen. Dabei wurde ein Konzept vorgestellt, wie durch die Kombination verschiedener Maßnahmen die ökologische Effektivität und Effizienz von Einzelmaßnahmen erhöht werden kann. In der anschließenden Gruppendiskussion kamen die Teilnehmer*innen zum Konsens, dass eine strukturierte Bündelung der Maßnahmen zielführend ist. Dabei sollte weniger die Betriebs-, sondern viel mehr die Landschaftsebene im Fokus stehen.

Ein weiterer spannender Teil des Workshops war der Vortrag von Charlotte Peitz (Thünen-Institut) zur Bewertung der Umsetzung von Biodiversitätsmaßnahmen auf betrieblicher Ebene. Im Vortrag und der Diskussion wurde deutlich, wie schwierig es sein kann, die biodiverse Wirkung von Maßnahmen auf Betriebsebene eindeutig zu erfassen. Es wurde jedoch auch ein klarer Bedarf an einfachen und klar verständlichen Indikatoren geäußert, die den Betrieben helfen würden, die Wirkung ihrer Maßnahmen nachzuvollziehen.

Die unterschiedlichen Perspektiven lieferten wertvolle Impulse, die in die weitere Projektarbeit sowie die politische Beratung des Thünen-Instituts einfließen werden. Der Workshop eröffnete einen produktiven Dialog zwischen Wissenschaft, Praxis und Verwaltung und markiert den Auftakt für die gemeinsame Entwicklung zukünftiger Konzepte zur Förderung der Biodiversität in Agrarlandschaften.

Sollten Sie Interesse an dem Thema haben, melden Sie sich gern unter diesem Link noch bis zum 08. April 2026 für unser F.R.A.N.Z.-Fachforum „Biodiversitätsmaßnahmen neu denken: Hemmnisse, flexible Ansätze und Bewertung der Maßnahmenplanung“ am 23. April 2026 in Braunschweig an.

 

 

Über das F.R.A.N.Z. Projekt:

Das Dialog- und Demonstrationsprojekt F.R.A.N.Z. (Für Ressourcen, Agrarwirtschaft & Naturschutz mit Zukunft) hat sich zum Ziel gesetzt, Naturschutzmaßnahmen zu entwickeln und zu erproben, die die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft erhalten und erhöhen sowie wirtschaftlich tragfähig und praxistauglich sind.

Das Verbundprojekt F.R.A.N.Z. wird von der Umweltstiftung Michael Otto und dem Deutschen Bauernverband durchgeführt und ressortübergreifend unterstützt. Die Förderung erfolgt mit Mitteln der Rentenbank, mit besonderer Unterstützung des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) sowie durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN).