Biodiversität praktisch umsetzen: Neues F.R.A.N.Z.-Praxishandbuch veröffentlicht


Bild: Umweltstiftung Michael Otto
Berlin/ Hamburg, 09.09.2027
F.R.A.N.Z. Publikation

Wie lassen sich Biodiversitätsmaßnahmen erfolgreich in den landwirtschaftlichen Betrieb integrieren? Welche Maßnahmen sind unter welchen Bedingungen besonders geeignet? Worauf kommt es bei der Umsetzung an – und welche Rahmenbedingungen braucht es, damit Naturschutzmaßnahmen dauerhaft in der Praxis funktionieren?

Antworten auf diese und viele weitere Fragen bündelt das neue F.R.A.N.Z.-Praxishandbuch. Nach fast zehn Jahren Projektarbeit fasst die Publikation zentrale Erfahrungen und Erkenntnisse aus Landwirtschaft, Beratung und wissenschaftlicher Begleitforschung zusammen und macht sie für die Praxis nutzbar. Das Handbuch richtet sich insbesondere an Landwirt*innen und Beratende, die Biodiversitätsmaßnahmen konkret planen und umsetzen möchten.



Von der Maßnahme bis zur betrieblichen Entwicklungsplanung

Einen zentralen Teil des Handbuchs bilden die F.R.A.N.Z.-Maßnahmensteckbriefe. Sie geben einen kompakten Überblick über die erprobten Maßnahmen und zeigen, was bei Standortwahl, Anlage, Pflege und Bewirtschaftung zu beachten ist. Dabei fließen konkrete Erfahrungen aus der Umsetzung auf den zehn Demonstrationsbetrieben ein.

Die Maßnahmensteckbriefe wurden im Zuge der Erstellung des Handbuchs in mehreren Runden mit der F.R.A.N.Z. Begleitforschung, den F.R.A.N.Z. Betriebsleitenden sowie den F.R.A.N.Z. Betriebsberatenden überarbeitet und weiterentwickelt. Sie spiegeln damit die Erfahrungen wider, die im Laufe der zehnjährigen Projektarbeit gesammelt wurden. So wird aus der Beschreibung einer Maßnahme konkretes Praxiswissen, das bei der Planung und Umsetzung unterstützen kann.

F.R.A.N.Z. zeigt: Biodiversität lässt sich auf dem Betrieb besonders wirksam fördern, wenn verschiedene Maßnahmen sinnvoll miteinander kombiniert werden. Viele Arten benötigen im Laufe ihres Lebens unterschiedliche Lebensräume und Ressourcen. Geeignete Maßnahmenbündel können deshalb verschiedene Lebensräume und Nahrungsangebote auf Betriebsebene miteinander verbinden und so die ökologische Wirkung erhöhen. Das FRANZ-Praxishandbuch stellt dafür ein im Projekt entwickeltes Konzept vor, das Betriebe und Beratung dabei unterstützt, Maßnahmen aufeinander abzustimmen und die vorhandenen Potenziale für mehr Biodiversität gezielt zu nutzen.

Biodiversität braucht betriebsindividuelle Lösungen

Ein weiterer Schwerpunkt des Praxishandbuchs liegt auf der betriebsindividuellen Entwicklungsplanung. Denn welche Biodiversitätsmaßnahmen sinnvoll sind, hängt nicht nur von ihrer grundsätzlichen Wirkung ab, sondern auch von den Bedingungen eines Betriebes und seiner Umgebung. Standort, betriebliche Abläufe, Produktionsziele und die Landschaft müssen bei der Planung zusammengedacht werden.

Die langjährige Erfahrung aus F.R.A.N.Z. zeigt dabei, dass eine kontinuierliche Biodiversitätsberatung eine wichtige Rolle spielt. Im gemeinsamen Austausch können Maßnahmen geplant, angepasst und weiterentwickelt werden. Gleichzeitig hilft die Planung dabei, Biodiversitätsmaßnahmen praxistauglich in die  Betriebsabläufe zu integrieren und für Beratung, Förderung und Kontrolle zu dokumentieren.

Mehr als Maßnahmen: Was braucht es für die Umsetzung?

Das Praxishandbuch richtet den Blick deshalb bewusst über die einzelnen Maßnahmen hinaus. Weitere Kapitel beschäftigen sich mit Konzepten für die Biodiversitätsförderung sowie mit Finanzierung und Förderung und den sozioökonomischen Herausforderungen bei der Umsetzung. Denn die Erfahrungen aus F.R.A.N.Z. zeigen auch: Für eine erfolgreiche Umsetzung braucht es flexible, aber verlässliche Rahmenbedingungen und Finanzierung, die ökologische Wirksamkeit mit Praxistauglichkeit verbinden.

 

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