F.R.A.N.Z.-Projekt als Best Practice-Beispiel vorgestellt


Bild: Michael Otto Stiftung für Umweltschutz
Berlin/Hamburg, 6.2.2018
11. Zukunftsforum Ländliche Entwicklung
„Gemeinsam für mehr Biodiversität in der Agrarlandschaft“ - so lautete der Titel der Begleitveranstaltung des Zukunftsforums am 24.1.2018, zu welcher der Deutsche Bauernverband, die Michael Otto Stiftung für Umweltschutz,  das Bundesamt für Naturschutz, die Deutsche Stiftung Kulturlandschaft und der Deutsche Verband für Landschaftspflege eingeladen haben. Im Rahmen dieser Veranstaltung stellte Sibylle Duncker von der Michael Otto Stiftung für Umweltschutz den rund 120 Teilnehmern das Dialog- und Demonstrationsprojekt F.R.A.N.Z. als Best Practice-Beispiel für eine gut funktionierende Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Naturschutz vor. „Ein Alleinstellungsmerkmal des F.R.A.N.Z.-Projektes ist, dass Landwirte und Naturschützer gemeinsam praxistaugliche und wirtschaftlich tragfähige Biodiversitätsmaßnahmen entwickeln und umsetzen. Gemeinsam mit allen Projektpartnern konnten wir unser Ziel, im ersten Anbaujahr auf 2 bis 5 Prozent der Betriebsflächen effektive Biodiversitätsmaßnahmen umzusetzen, über alle Demonstrationsbetriebe hinweg erreichen. So haben die Landwirte im Frühjahr 2017 auf etwas mehr als 3 Prozent der Flächen Biodiversitätsmaßnahmen angelegt, die zu ersten positiven Effekten für die Artenvielfalt geführt haben,“ erläuterte Sibylle Duncker. So führen Extensivgetreideflächen und Feldlerchenfenster in großen Wintergetreideschlägen beispielsweise zu höheren Feldvogeldichten.

Dr. Thomas Schmidt vom Thünen-Institut für Ländliche Räume stellte die in 2017 veröffentlichte „F.R.A.N.Z.-Studie - Hindernisse und Perspektiven für mehr Biodiversität in der Agrarlandschaft“ vor. Für die Studie wurden bundesweit  Landwirte und landwirtschaftliche Berater zu Hemmnissen und Verbesserungsmöglichkeiten bei der praktischen Umsetzbarkeit von Biodiversitätsmaßnahmen befragt. Die Studie liefert wichtige Erkenntnisse und Ansatzpunkte, die über die Umsetzung von Biodiversitätsmaßnahmen entscheiden. „Die Befragung hat gezeigt, dass sowohl harte Faktoren wie die Wirtschaftlichkeit als auch weiche Faktoren wie das Image für die Teilnahme an Agrarumweltprogrammen entscheidend sein können. Um eine höhere Akzeptanz zur praktischen Umsetzung von Maßnahmen zu erreichen, müssten die Maßnahmen flexibler an regionale Ansprüche angepasst werden. Ebenso gilt es, die Kommunikation innerhalb der Landwirtschaft, aber auch nach außen in Richtung Gesellschaft zu intensivieren“, betonte Dr. Thomas Schmidt.

In einer abschließenden Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Politik, Landwirtschaft und Naturschutz wurde erörtert wie der Schritt vom Projekt in die Breite gelingen kann, damit eine Vielzahl von Landwirten die Förderung der Biodiversität in ihre betrieblichen Abläufe integrieren. Im Rahmen der Diskussion stellte Dr. Hermann-Onko Aeikens, Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, fest, dass die Gesellschaft ein Biodiversitätsproblem hat, und die Landwirtschaft ihren Teil dazu beiträgt. Dies könne nur mit einer besseren Vernetzung der Agrar- und Umweltpolitik gelöst werden. Neben der Kooperation zwischen Landwirtschaft und Naturschutz betonte Dr. Carolin Schilde, Staatssekretärin im Brandenburger Landwirtschaftsministerium, auch die Notwendigkeit, sowohl die Wirksamkeit von Maßnahmen als auch die verschiedenen Einflüsse auf deren Erfolg stärker zu berücksichtigen. Das Projekt F.R.A.N.Z. zeigt, dass eine enge Einbindung der Landwirte in die Maßnahmenumsetzung eine entscheidende Voraussetzung ist, um Natur- und Artenschutz erfolgreich umzusetzen.